Leistungssportbereich von Menschen ohne Behinderungen 26 & 27
Leistungssport von Menschen ohne Behinderung findet in unterschiedlichen Bereichen statt: in olympischen ebenso wie in nicht-olympischen Sportarten und Disziplinen. Die Sportarten sind mit eigenen Weltverbänden und Wettkampfsystemen mit Weltmeisterschaften, Weltcups oder kontinentalen Meisterschaften organisiert. Die internationalen Höhepunkte unterscheiden sich. Für olympische Sportarten und Disziplinen sind das die Olympischen Spiele, für nicht-olympische Sportarten die World Games. Der Grad der Professionalisierung hängt dabei nicht vom olympischen Status ab: Er reicht von ehrenamtlich getragenem Leistungssport mit staatlicher Förderung bis zu voll professionellen Ligen und Touren (wie z. B. NBA oder PGA), in denen Athletinnen und Athleten allein vom Sport leben.
Sport für Menschen mit Behinderungen - Begriffe im Überblick 28
Behindertensport ist der Oberbegriff für Sport für Menschen mit Behinderung. Er umfasst Freizeit-, Breiten, Gesundheits-, Rehabilitations- und Leistungssport und spricht Menschen mit allen Arten, Ursachen und Schwere der Behinderung an. Leistungssportbereiche des Behindertensports sind:
| | Paralympischer Sport | | Special Olympics | | Gehörlosensport |
| | [Para Sport] | | [SOD] | | [Deaflympics] |
Bereiche & Ziele | Teilhabe, Breiten- und Leistungssport | | Teilhabe, Breiten- und Wettkampfsport | | Teilhabe, Breiten- und Leistungssport |
| Für wen? | überwiegend Menschen mit körperlicher Behinderung und Sehbehinderung 3 Sportarten für Menschen mit intellektueller Behinderung | | überwiegend Menschen mit intellektueller Behinderung | | Gehörlose und Menschen mit Hörbehinderung |
| Zugang | sportartspefizisch klassifizierbare Beeinträchtigung; Mindeskriterien der jeweiligen Sport | | diagnostizierte intellektuelle Beeinträchtigung nach SOD Kriterien | | Hörverlust von mindestens 55 dB auf dem besseren Ohr |
| Sportarten | 23 Sommersportarten 6 Wintersportarten | | 27 Sommersportarten 7 Wintersportarten | | 16 Sommersportarten 1 Wintersportart |
| Klassifizierung | Funktionale Klassifizierung Startklassen nach Auswirkung der Beeinträchtigung auf die sportartspezifische Leistung | | Divisioning Wettkampfgruppen nach Leistungsniveau, Alter und Geschlecht | | keine weitere Unterteilung |
| Internationale Höhepunkt | Los Angeles 2028 French Alps 2030 | | Special Olympics World Games Santiago 2027 | | Winter Deaflympics 2027 in Innsbruck & Seefeld |
Im paralympischen Leistungssport treten Athletinnen in bestimmten Para Sportarten an, wenn ihre Beeinträchtigung nach den jeweiligen sportartspezifischen Regeln klassifizierbar ist. Die Klassifizierung ordnet Athletinnen Wettkampfklassen entsprechend dem Einfluss ihrer Beeinträchtigung auf die sportartspezifische Leistung zu. Nicht jede Behinderung ist deshalb in jeder Para Sportart klassifizierbar.
Diese Abgrenzung ist wichtig, da es verschiedene Bereiche des Sports von Menschen mit Behinderung mit unterschiedlichen Zielgruppen, Strukturen und Zielsetzungen in der Sportlandschaft Deutschlands gibt (Abbildung 1). Special Olympics und der Gehörlosensport mit den Deaflympics sind eigenständige Bereiche und nicht Teil des paralympischen Leistungssports
Sportarten und Entscheidungen bei Olympischen Spielen und Paralympics 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 26, 28 & 29
Die Programme der Olympischen und Paralympischen Spiele werden kontinuierlich weiterentwickelt. Das olympische Programm wurde in den vergangenen Jahren immer wieder verändert und erweitert. Neue, urbane und jugendnahe Sportarten und Events sollen für Innovation und Vielfalt stehen und die Attraktivität der Olympischen Spiele insbesondere für jüngere Zielgruppen erhöhen. Grundlage für die Weiterentwicklung des olympischen Programms sind unter anderem die Agenda 2020, das Programm „Fit for the Future“ sowie Regel 45 der Olympischen Charta des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Auch das paralympische Programm wird kontinuierlich weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere eine stärkere Geschlechterparität und die Erweiterung des Programms um neue Sportarten.
In Deutschland fördert das Bundeskanzleramt 35 Bundessportfachverbände mit olympischen Sportarten, darunter 28 Sommer- und sieben Wintersportfachverbände. Darüber hinaus werden 19 Bundessportfachverbände mit nicht olympischen Sportarten (NOV) gefördert. Fünf dieser Verbände, deren Sportarten nur vorübergehend Teil des olympischen Programms sind, erhalten zeitlich befristet eine erweiterte Förderung. Das Bundeskanzleramt fördert den olympischen und paralympischen Spitzensport nach gleichen Regeln. Im Bereich des Sports von Menschen mit Behinderungen werden der Deutsche Behindertensportverband (DBS), der Deutsche Gehörlosen-Sportverband (DGSV) und Special Olympics Deutschland gefördert.
Die Darstellung der olympischen und paralympischen Sportarten basiert auf der Strukturierung von IOC und IPC. Die Unterscheidung zwischen Sportarten und Disziplinen erfolgt beim DOSB oder in einzelnen Spitzenverbänden abweichend davon.
Weitere Informationen zum Wettkampfprogramm finden sich auf den Veranstaltungsseiten der Spiele von Los Angeles 2028 und der French Alps 2030.
Der DOSB und der DBS fassen auf ihren Websites die Grundsätze zur Nominierung von Team D und sportartspezifische Qualifikationskriterien für anstehende Olympischen Spiele und Paralympics zusammen.