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Y- Balance Test untere Extremitäten

Feldtest
Knie
Koordination
Sprunggelenk

Die Messung erfolgt ohne Schuhe.Begonnen wird mit dem linken Bein auf dem Zentralelement als Standbein, das rechte Bein als Spielbein (In der Spalte „Rechts“ im Bewertungsbogen werden die Werte für das rechte Bein als Spielbein eingetragen). Den Fuß mittig mit den Zehenspitzen hinter der Markierung positionieren. Diese

Position sollte nach jeder Wiederholung kontrolliert werden. Der Standfuß darf nicht bewegt werden. Die Ferse darf sich nicht von der Unterlage ablösen. Die Hände sind an den Hüften fixiert. Pro Bewegungsrichtung wird das Schiebeelement in 3 Versuchen mit der Spielbeinseite soweit weit wie möglich entlang der Messelemente geschoben. Dabei berühren die Zehenspitzen ausschließlich den rot markierten Bereich der Schiebeelemente. Der Kontakt sollte während der gesamten Bewegungsausführung gehalten werden. Das Wegstoßen des Schiebeelementes mit Schwung gilt als Fehlversuch! Nachdem die maximale Reichweite erreicht wurde, wird das Spielbein, ohne den Boden zu berühren, wieder zurück zur Ausgangsposition geführt und für mind. 2 Sekunden im Einbeinstand gehalten. Die Distanz am unteren Punkt des Bretts ablesen. Der beste Wert aus drei gültigen Versuchen zählt. Diesen auf 5 mm runden.

Anschließend wechseln Stand- und Spielbeinseite. Das Schiebeelement wird an- schließend in 3 Versuchen mit der anderen Beinseite verschoben.

In jede Bewegungsrichtung werden maximal 6 Testversuche durchgeführt. Bei 3 gültigen Versuchen in eine Richtung geht der Maximalwert in die weitere Analyse ein.

 

Die Schiebeelemente werden in 3 Versuchen in die folgenden 3 Bewegungsrich- tungen verschoben: nach vorn (anterior), nach hinten (postermedial), nach hinten überkreuz (posterolateral)

 

Reihenfolge der Bewegungsrichtung (wenn 3 gültige Versuche erreicht sind, zur nächsten Richtung gehen):

- Spielbein rechts nach anterior

- Spielbein links nach anterior

- Spielbein rechts nach posteromedial

- Spielbein links nach posteromedial

- Spielbein rechts nach posterolateral

- Spielbein links nach posterolateral

Hinweis

Durchführung erfolgt stehend, ohne Schuhe.

Hände in die Hüfte gestützt.

Ferse des Standbeins muss am Boden bleiben.

Ziel

Der Y-Balance-Test stellt einen einfachen, dynamischen Test dar, um das Zusammenspiel von Beweglichkeit, Kraft und motorischer Kontrolle hinsichtlich der oberen und unteren Extremitäten zu überprüfen. Der Y-Balance-Test der unteren Extremitäten zielt insbesondere auf die Beurteilung des dynamischen (proaktiven) Gleichgewichts und der Bewegungsqualität (Erkennung von Asymmetrien/Dysbalancen zwischen ipsi- und kontralateraler Seite) ab. Darüber hinaus ist eine Vorhersage der Verletzungswahrscheinlichkeit und Erhebung einer Baseline als Entscheidungshilfe zu "Return to Activity" nach Verletzungen möglich. 

 

Organisation

Personalbedarf
1 Helfer*in
Testdauer
10 Personen ca. 20 Minuten
Anzahl Versuche
3 pro Richtung (bester Wert zählt)

Material

  • Y-Balance-Messsystem
    o 1 Zentralelement für die Standbeinseite
    o 3 Messelemente + 3 Schiebeelemente für die Spielbeinseite

  • Tablet

Testprotokoll

Wichtig ist die Messung der Beinlänge. 

  • Die Messung erfolgt barfuß, in liegender Position, wobei die Knie zunächst gebeugt sind und die Fußsohlen den Boden berühren. Aus dieser Position wird die Hüfte angehoben und wieder abgelegt. Beim Ablegen der Hüfte werden die Beine vollständig gestreckt. Der Testleiter zieht am Knöchel um zu gewährleisten, dass die Beine tatsächlich vollständig gestreckt sind

  • Gemessen wird die Distanz vom niedrigsten Punkt des vorderen, oberen Darmbeinstachels (Spina iliaca anterior superior) bis zum niedrigsten Punkt des inneren Fußknöchels (Malleolus medialis)

  • Das Messergebnis wird auf 5 mm gerundet.

  • Die Messung der Beinlänge wird immer zweimal durchgeführt. Bei einer Abweichung von mehr als 0,5 cm zwischen den beiden Messungen, muss eine dritte Messung erfolgen. Der Mittelwert aus den drei Messungen bildet dann die tatsächliche Beinlänge.

Athletenanweisung

„Das Standbein hinter der Startlinie auf das Zentralelement stellen. Hände an die Hüften. Das Schiebeelement mit dem Spielbein in möglichst 3 Versuchen so weit wie möglich schieben. Achte darauf, dass die Ferse des Standbeins nicht abgeho- ben werden darf. Das Schiebelement darf ausschließlich an der rot markierten Fläche berührt werden. (nicht wegstoßen). Das Spielbein nach jedem Versuch wieder in die Ausgangsposition zurückführen. Gib Bescheid, falls Du Schmerzen während der Ausführung verspürst.“

Messgröße

Folgende Abbruchkriterien führen zu einem Fehlversuch:

  • Das Standbein wird versetzt (Verlassen des Zentralelements)
  • Die Ferse des Standbeins hebt ab
  • Wegstoßen des Schiebeelementes mit Schwung
  • Die Testperson benutzt das Schiebeelement als Stütze (z. B. durch Aufsetzen des Spielbeins auf dem Schiebeelement)
  • Verlassen der Hände von der Hüfte
  • Beim Zurückführen des Spielbeins zur Ausgangsposition kann das Gleichgewicht nicht gehalten werden
  • Die Spielbeinseite berührt während der Bewegungsausführung den Boden

Bei 4 Fehlversuchen entspricht der erreichte Wert 0

Abbruchkriterium

maximale Reichweite in cm (auf 0,5 cm genau) in jede Richtung für jedes Bein

Auswertung

Parameter

maximale Reichweite in cm (auf 0,5 cm genau) in jede Richtung für jedes Bein

  • Normierung auf Beinlänge (d. h. Reichweite dividiert durch Beinlänge als. Prozentwert)
  • linker und rechter relativer Gesamtwert (%): „Composite Score“
  • Berechnungsformel:

(max. Reichweite anterior + max.Reichweite posteromedial + max. Reichweite postolateral:

3x Beinlänge) x 100

Gütekriterien

Reliabilität

Test-Retest-Relabilität: ICC= 0,67-0,96 (Einzelrichtigungen); Signifikanter Lerneffekt in vier der acht Einzelrichtungen (Hertel et al., 2000) 
Intertester-Relabilität: ICC= 0,35-0,84 (Testtag 1), 0,81-0,93 (Testtag 2)

(Bös, K, Handbuch motorische Tests)

Validität

Kriteriumsvalidität: Einschränkungen konnten mithilfe des Tests bei Personen mit Pathologien der unteren Extremitäten nachgewiesen werden (u.a. mit Sprungelenkinstabilität, Rekonstruktion vorderes Kreuzband). Ein niedriges Testergebnis zeigte sich bei Sportlern als signifikanter Prädikator für Verletzungen der unteren Extremitäten (Plisky et al., 2006) 

(Bös, K, Handbuch motorische Tests)

Abbildung
Literatur
  1. Bös, K, (2001), Handbuch Motorische Tests – Sportmotorische Tests, motorische Funktionstests, Fragebogen zur körperlich-sportlichen Aktivität und sportpsychologischen Diagnoseverfahren, 2. Auflage, Göttingen, Bern, Toronto, Seattle: Hogrefe
  2. Butler, R. J., Lehr, M. E., Fink, M. L., Kiesel, K. B., & Plisky, P. J. (2013). Dynamic balance performance and noncontact lower extremity injury in college football players. Sports Health, 5, 417-422.
  3. Plisky, P. J., Gorman, P. P., Butler, R. J., Kiesel, K. B., Underwood, F. B., & Elkins, B. (2009). The reliability of an instrumented device for measuring components of the star excursion balance test. North American Journal of Sports Physical Therapy, 4(2), 92-9.
  4. Plisky, P. J., Rauh, M. J., Kaminski, T. W., & Underwood, F. B. (2006). Star excursion balance test as a predictor of lower extremity injury in high school basketball players. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 36(12), 911-9.
  5. Shaffer, S. W., Teyhen, D. S., Lorenson, C. L., Warren, R. L., Koreerat, C. M., Straseske, C. A., & Childs, J. D. (2013). Y-Balance Test: a reliability study involving multiple raters. Military Medi- cine, 178(11), 1264-70.
  6. Westrick, R. B., Miller, J. M., Carow, S. C., & Gerber, J. P. (2012). Exploration of the Y-Balance Test for assessment of upper quarter closed kinetic chain performance. International Journal of Sports Physical Therapy, 7(2), 139-147.