Anzahl der teilnehmenden Nationen
Die Nationenbreite beschreibt die Anzahl der teilnehmenden Nationen bei einem Turnier. Kontinentalverband Afrika (AJU), Kontinentalverband Europa (EJU), Kontinentalverband Asien (JUA), Kontinentalverband Ozeanien (OJU) und Kontinentalverband Panamerika (PJC)
  • Die Darstellung der Nationenbreite ist für die Qualifikationsrichtlinien der Olympischen Spiele interessant. Da sich die Nationenanzahl über die Kontinente bei allen Turnieren gleich darstellt, ist dies ein Indiz für ein ausgeglichenes Qualifikationssystem.
Anzahl der teilnehmenden Judoka
Für jedes Turnier ist die Anzahl der teilnehmenden Judoka geschlechtsübergreifend nach den kontinentalen Verbänden und verschiedenen Turnierarten seit 2017 sortiert. Kontinentalverband Afrika (AJU), Kontinentalverband Europa (EJU), Kontinentalverband Asien (JUA), Kontinentalverband Ozeanien (OJU) und Kontinentalverband Panamerika (PJC)
  • Weltweit haben die kontinentalen Verbandsmeisterschaften (Continentals) die meisten teilnehmenden Judoka.

  • Bei den Weltmeisterschaften ist die Anzahl der teilnehmenden Judoka innerhalb der Kontinentalverbände stets konstant.

  • Die meisten teilnehmenden Judoka sind Europäer. Bei mehr als die Hälfte der IJF-Turniere starten mehr als 183 europäische Judoka.

Anzahl der teilnehmenden Männer pro Gewichtsklasse
Für jedes Turnier ist die Anzahl der teilnehmenden Judoka (Männer) nach den Gewichtsklassen und verschiedenen Turnierarten seit 2016 sortiert.
  • Turnierübergreifend nehmen die meisten Judoka in den mittleren Gewichtsklassen teil.

  • Die schwerste Gewichtsklasse weist im Vergleich zu den anderen Gewichtsklassen ein homogenes Starterfeld auf.

  • Innerhalb der Gewichtsklassen wird nochmal deutlich, dass die kontinentalen Verbandsmeisterschaften (Continentals) die meisten teilnehmenden Judoka haben.

Anzahl der teilnehmenden Frauen pro Gewichtsklasse
Für jedes Turnier ist die Anzahl der teilnehmenden Judoka (Frauen) nach den Gewichtsklassen und verschiedenen Turnierarten seit 2016 sortiert.
  • Gewichtsklassenübergreifend sind im Frauenbereich weniger Teilnehmerinnen als im Männerbereich (~70%).

  • Turnierübergreifend nehmen die meisten Judoka in den mittleren Gewichtsklassen teil. Im Vergleich zum Männerbereich ist allerdings das Teilnehmerinnenfeld insgesamt gleichverteilter.

  • Das Bild eines großen Starterfeldes bei kontinentalen Verbandsmeisterschaften (Continental) wird auch im Frauenbereich bestätigt.

Prozentuale Verteilung der Kampfentscheidungen
Die Kampfentscheidung wird durch verschiedene Siegarten beschrieben. Hierzu zählen Ippon (erzielt durch Technik), Waza-ari, Waza-ari-awasete-ippon, Hansoku-make, Fusen Gachi und Kiken Gachi. Die Siegarten basieren auf dem Gesamtdatensatz aller erfassten IJF-Wettkämpfe (seit 2018).
  • Zwischen dem Männer- und Frauenbereich sind keine Unterschiede bei den Kampfentscheidungen zu beobachten.

  • Rund 83% der Kampfentscheidungen werden durch technische Wertungen erzielt. Hiervon sind wiederum 43% durch Ippon entschieden worden.

  • Durchschnittlich werden bei den Wettkämpfen lediglich 15% der Kampfentscheidungen durch Hansoku-make entschieden.

Produktivität als Orientierung für die Qualität der Angriffe
Unter der Produktivität wird das Vermögen eines Judoka verstanden, unter der Anwendung von Griff- und Wurftechniken eine höchstmögliche Punktwertung zu erzielen. Quantifiziert wird die Produktivität aus dem Verhältnis zwischen der Summe aus den erzielten Wertungspunkten sowie erhaltenen Strafen (WP) und der absolvierten Kampfzeit (in Minuten). Ein Judoka mit einem hohen Produktivitätswert erzeugt durchschnittlich viele hohe Wertungen, hingegen ist ein negativer Wert ein Indiz für passives Kampfverhalten. Der Datensatz beinhaltet die Produktivität von allen erfassten Wettkämpfen seit 2018.
  • Anhand der dargestellten Boxplots lässt sich die Homogenität der Gewichtsklassen ableiten. Die leichten und mittleren Gewichtsklassen weisen auf eine hohe Homogenität hin, was auf ein leistungsstarkes Niveau der Gewichtsklassen hindeutet. Hingegen sind die schweren Gewichtsklasse -100kg und +100kg im Vergleich eher heterogen.

  • Die Gewinner der IJF-Wettkämpfe (gelber Kreis) weisen vor allem in den leichten und mittleren Gewichtsklassen eine höhere Produktivität auf.

  • Die Top-8-Platzierten der IJF-Wettkämpfe (blaues Prisma) entsprechen dem durchschnittlichen Produktivätswert eines Starterfeldes der vergangenen Wettbewerbe. Demnach ist ein Wert zwischen 1,5-2,3 für eine erfolgreiche Turniergestaltung notwendig (etwa 1 Waza-ari alle 4 Minuten).

Durchschnittliche Produktivität der Nationen
Durschnittliche Anzahl an Strafen
Die durschnittlichen Shido pro Judoka geben Auskunft über die relative Bestrafungshäufikeit eines Turniers. Der Parameter wird berechnet mit Hilfe der Summe der vergebenen Shido durch die Gesamtanzahl der Judoka in den entsprechenden Kampfpaarungen. Der Datenbestand berücksichtigt alle Jahreshöhepunkte seit 2018 (EM, Masters, WM & OS).
  • Bei der Europameisterschaft 2023 wurden im Vergleich zu den anderen Wettbewerben die meisten Shido vergeben.

  • Die Gewichtsklassen mit der höchsten relativen Bestrafungshäufigkeit sind aktuell im Männerbereich -66kg und +100kg

  • Auffälig ist die verhältmäßig geringe relative Bestrafungshäuigkeit bei den Olympischen Spielen 2021.

Prozentuale Verteilung der Kampfentscheidungen
Die Kampfentscheidung wird durch verschiedene Siegarten beschrieben. Hierzu zählen Ippon (erzielt durch Technik), Waza-ari, Waza-ari-awasete-ippon, Hansoku-make, Fusen Gachi und Kiken Gachi. Die Siegarten basieren auf dem Gesamtdatensatz aller IJF-Wettkämpfe (seit 2018).
  • Zwischen dem Männer- und Frauenbereich sind keine Unterschiede bei den Kampfentscheidungen zu beobachten.

  • Rund 81% der Kampfentscheidungen werden durch technische Wertungen erzielt. Hiervon sind wiederum 42% der Kampfentscheidungen durch Ippon entschieden worden.

  • Durchschnittlich werden bei den Wettkämpfen lediglich 16% der Kampfentscheidungen durch Hansoku-make entschieden.

Produktivität als Orientierung für die Qualität der Angriffe
Unter der Produktivität wird das Vermögen eines Judoka verstanden, unter der Anwendung von Griff- und Wurftechniken eine höchstmögliche Punktwertung zu erzielen. Quantifiziert wird die Produktivität aus dem Verhältnis zwischen der Summe aus den erzielten Wertungspunkten sowie erhaltenen Strafen (WP) und der absolvierten Kampfzeit (in Minuten). Ein Judoka mit einem hohen Produktivitätswert erzeugt durchschnittlich viele hohe Wertungen, hingegen ist ein negativer Wert ein Indiz für passives Kampfverhalten. Der Datensatz beinhaltet die Produktivität von allen erfassten Wettkämpfen seit 2018.
  • Anhand der dargestellten Boxplots lässt sich die Homogenität der Gewichtsklassen ableiten. Die Gewichtsklassen -48kg bis-57kg weisen auf sehr homogene Daten bzw. auf ein leistungsstarkes Starterfeld hin. Hingegen sind die Gewichtsklassen -78kg und +78kg im Vergleich sehr heterogen.

  • Die Produktivität der jeweiligen Gewinnerinnen (gelber Kreis) liegen deutlich über der Produktivität der Gewichtsklasse. Zudem unterscheiden sich die Produktivitätswerte zwischen leichten und schweren Gewichtsklassen.

  • Die Top-8-Platzierten der IJF-Wettkämpfe (blaues Prisma) befinden sich, ausgenommen von -57kg und +78kg, deutlich über der durschnittlichen Produktivität. Demnach ist ein Produktivitätswert zwischen 1,3-2,4 für eine erfolgreiche Turniergestaltung notwendig (etwa 1 Waza-ari alle 3 Minuten).

Durschnittliche Anzahl an Strafen
Die durschnittlichen Shido pro Judoka geben Auskunft über die relative Bestrafungshäufikeit eines Turniers. Der Parameter wird berechnet mit Hilfe der Summe der vergebenen Shido durch die Gesamtanzahl aller Judoka in den entsprechenden Kampfpaarungen. Der Datenbestand berücksichtigt alle Jahreshöhepunkte seit 2018 (EM, Masters, WM & OS).
  • Bei der Europameisterschaft 2023 wurden im Vergleich zu den vergangenen Turnieren die meisten Shido vergeben.

  • Die Gewichtsklassen mit der höchsten relativen Bestrafungshäufigkeit sind aktuell im Frauenbereich -52kg und -70kg.

  • Auffälig ist die verhältmäßig geringe relative Bestrafungshäuigkeit bei den Olympischen Spielen 2021.

Kampfzeit in Abhängigkeit der Vor- und Hauptrunde
Die Kampfzeit gibt die effektive Dauer eines Kampfes wieder. Damit lassen sich indirekt physiologische Anforderungen der Sportart ableiten (z.B. Belastungsdauer). In der Grafik werden die Verteilungen der einzelnen Kampfzeiten zwischen Vor- und Hauptrundenkämpfen seit 2018 zusammengefasst.
  • Die Kampfzeit der Hauptrundenkämpfe varriert von Jahr zu Jahr und ist gegenüber der Kampfzeit der Vorrundenkämpfe weniger konstant.

  • Im Frauenbereich sind kaum Unterschiede zwischen den Jahren zu erkennen.

  • Disziplinübergreifend sind die Hauptrundenkämpfe länger als die Vorrunden. Folglich nimmt die Wettkampfbelastung im Turnierverlauf zu.

Art des Sieges im Golden Score zwischen Vor- und Hauptrunde
Der Golden Score beschreibt die Kampfzeit nach den offiziellen 4 Minuten. Die in die Verlängerung gehenden Kämpfe werden dann durch eine der vier Siegarten (Wazari, Waza-ari-awasete-ippon, Ippon oder Hansoku-make) entschieden. In dem Datensatz befinden sich alle Wettbewerbe der IJF-Serie seit 2018 (ohne Kampfende mit Fusen Gachi bzw. Kiken Gachi).
  • Im Vergleich von Haupt- zu Vorrundenkämpfen sind vor allem die Entscheidungen durch Hansoku-make durch längere Kampfzeiten geprägt.

  • Die Kampfentscheidungen durch die vier Siegarten werden zudem in der Hauptrunde größtenteils später getroffen. Dieses Bild spiegelt die längeren Kampfzeiten der Haupt- gegenüber den Vorrundenkämpfen wieder.

  • Geschlechtsspezifische Unterschiede lassen sich nicht erkennen.

Kampfzeit bei Jahreshöhepunkten
Die Kampfzeit gibt die effektive Dauer eines Kampfes wieder. Damit lassen sich indirekt physiologische Anforderungen der Sportart ableiten (z.B. Belastungsdauer). In der Grafik werden die Verteilungen der einzelnen Kampfzeiten zwischen den Jahreshöhepunkten seit 2018 im Männerbereich zusammengefasst und verglichen.
  • Über alle Turnierarten betrachtet, sind -60kg und -66kg im Vergleich zu den anderen Gewichtsklassen immer wieder längere Kampfzeiten zu beobachten.

  • Das Turnier mit den längsten Kampfzeiten sind die Olympischen Spiele, dichtgefolgt von den Masters.

  • Die längste effektive Kampfzeit im Männerbeich dauerte 14:11 Minuten.

Kampfzeit bei Jahreshöhepunkten
Die Kampfzeit gibt die effektive Dauer eines Kampfes wieder. Damit lassen sich indirekt physiologische Anforderungen der Sportart ableiten (z.B. Beanspruchungsdauer). In der Grafik werden die Verteilungen der einzelnen Kampfzeiten zwischen den Jahreshöhepunkten seit 2018 im Frauenbereich zusammengefasst und verglichen.
  • Über alle Turniere betrachtet, sind im Vergleich zu den anderen Gewichtsklassenvon -52kg, -57kg und -63kg durchschnittlich die längsten Kampfzeiten zu beobachten.

  • Das Turnier mit der längsten Kampfzeit sind die Olympischen Spiele.

  • Der Kampf mit der längsten effektiven Kampfzeit im Frauenbeich dauerte 16:37 Minuten.