Philosophie
Wer wir sind.
Das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) ist das nationale Kompetenzzentrum für Trainingswissenschaft in Deutschland. Wir unterstützen deutsche Athlet*innen und Trainer*innen ganzheitlich auf dem Weg an die Weltspitze — mit Forschung, Entwicklung, wissenschaftlicher Beratung und Wissenstransfer.
Unsere Arbeit ist praxisnah, prozessbegleitend und interdisziplinär. Das bedeutet: Wir arbeiten direkt im Trainings- und Wettkampfprozess mit. Kurzfristig abrufbare Expertise und die Fähigkeit, langfristige Fragen kontinuierlich zu bearbeiten, gehören für uns zusammen.
In Kompetenzteams entwickeln wir gemeinsam mit der Sportpraxis wissenschaftlich fundierte Lösungen — mit dem Ziel, Wettbewerbsvorteile für deutsche Athlet*innen und ihre Trainer*innen zu erzielen. Kompetenz, Verlässlichkeit und Flexibilität sind dabei unsere Grundsätze. Jede Zusammenarbeit basiert auf einem begutachteten Projekt und einer Kooperationsvereinbarung. Aktuell unterstützen wir die olympischen Verbände und den Deutschen Behindertensportverband mit 38 Projekten im Spitzen- und Nachwuchsleistungssport.
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Wie wir arbeiten.

Prozessbegleitende Trainings- und Wettkampfforschung ist das Markenzeichen des IAT. Wir entwickeln Forschungsfragen nicht am Schreibtisch, sondern gemeinsam mit der Leistungssportpraxis — ausgehend von Weltstandsanalysen, die zeigen, wo Deutschland im internationalen Vergleich steht und wo Entwicklungsbedarf besteht.
Die Ergebnisse fließen direkt zurück in die Praxis: als wissenschaftlich gestützte Trainings- und Handlungsempfehlungen, die im laufenden Prozess nutzbar sind. Je nach Tiefe der Zusammenarbeit mit einer Sportart können wir dabei der vollen Komplexität von Training und Wettkampf gerecht werden — oder gezielt einzelne Fragestellungen bearbeiten.
Darüber hinaus prüfen wir Erkenntnisse aus der Grundlagen- und Anwendungsforschung auf ihre Übertragbarkeit in den Leistungssport. An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Leistungssportpraxis arbeiten wir eng mit Kooperationspartnern aus Sport, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen.
Was wir einbringen.
Was macht die Arbeit des IAT aus? Unsere Trainerwissenschaftler*innen verbinden sportartspezifische Expertise mit Kenntnissen über ganze Sportartengruppen. Sie arbeiten am IAT in interdisziplinären Teams u.a. mit Expertinnen und Experten aus Sportinformatik, Biomechanik, Wissensmanagement oder Sporttechnologie zusammen. Die Ergebnisse dieser Arbeit setzen wir unmittelbar in die Leistungssportpraxis um — nachhaltig und im direkten Austausch zwischen Trainer*innen und wissenschaftlichen Berater*innen.
Dabei orientieren wir uns eng an den Bedürfnissen des Spitzen- und Nachwuchsleistungssports. Diese neun Kompetenzbereiche bringen wir ein:
Weltstand analysieren
Wir beobachten kontinuierlich, was sich im internationalen Spitzensport bewegt. Aus diesen Weltstandsanalysen leiten wir nationale und internationale Entwicklungstendenzen ab, präzisieren Leistungsstrukturen und Anforderungsprofile in den einzelnen Sportarten. Gleichzeitig analysieren wir, wie konkurrierende Nationen ihre Leistungssportstrukturen und wissenschaftlichen Unterstützungssysteme weiterentwickeln.
Leistung steuern und optimieren
Daten aus Trainings- und Wettkampfanalyse sowie der Leistungsdiagnostik — also der systematischen Messung sportlicher Leistungsfähigkeit — bilden die Grundlage unserer Arbeit. Daraus leiten wir wissenschaftlich fundierte Trainingsempfehlungen ab. Gemeinsam mit den Trainer*innen treffen wir im Trainer-Berater-System Entscheidungen zur kurz-, mittel- und langfristigen Trainingsgestaltung.
Training und Technik individualisieren
Keine Athletin, kein Athlet ist wie der andere. Wir analysieren Leistungs- und Trainingsdaten, führen die Ergebnisse im Trainer-Berater-System zusammen und formulieren individuelle Zielgrößen — um Leistungsreserven über eine effiziente Trainingsplanung und -steuerung zu erschließen. Darüber hinaus entwickeln wir individuell angepasste sporttechnische Leitbilder und Wege, diese im Training umzusetzen.
Trainingsmethodik weiterentwickeln
Gute Trainingsmethodik wird stetig weiterentwickelt. Für die kooperierenden Sportarten entwerfen und prüfen wir methodische Lösungen, wirken an Rahmentrainingskonzeptionen mit und tragen so zur Weiterentwicklung der allgemeinen und sportartspezifischen Trainingsmethodik bei.
Sportart- und disziplinübergreifend vorausdenken
Wer nur in der eigenen Sportart denkt, verpasst wichtige Impulse. Deshalb diskutieren wir sportartübergreifend und interdisziplinär Erkenntnisse zu Leistungsstruktur, Trainingsmethodik und weiteren Entwicklungen im Spitzensport. So schaffen wir einen trainingswissenschaftlichen und technologischen Vorlauf — bevor andere ihn nutzen.
Talent identifizieren und entwickeln
Welche Athletin, welcher Athlet hat das Potenzial für die Weltspitze und wie kann der Nachwuchs ganzheitlich und nachhaltig gefördert werden? Gemeinsam mit den Spitzenverbänden untersuchen wir die Wirksamkeit von Strukturen und Prozessen zur Talentauswahl und -entwicklung. Auf der Grundlage entwicklungsabhängiger Anforderungsprofile testen wir relevante Leistungsvoraussetzungen und dokumentieren die Entwicklung der Athlet*innen — mit dem Ziel, ihr Potenzial für Spitzenleistungen in den beiden nächsten Olympiazyklen fundiert beurteilen und Handlungsempfehlungen ableiten zu können.
Gesundheit & Belastbarkeit sichern
Spitzenleistung setzt Gesundheit voraus. Leistungsphysiologisches Know-how — also das Wissen darüber, wie der Körper auf sportliche Belastung reagiert — ergänzt unsere trainingswissenschaftliche Forschung. Wir quantifizieren sportartspezifische Belastungen und analysieren ihre leistungssportlich relevanten Auswirkungen. Als anerkanntes lizenziertes sportmedizinisches Untersuchungszentrum des DOSB führen wir Gesundheits- und Belastbarkeitsdiagnostiken für Nachwuchs- und Spitzensportler*innen durch und begleiten sie mit umfangreichen Betreuungsmaßnahmen im Hochleistungssport.
Innovative Technologien entwickeln und anwenden
Trainingswissenschaft ist datengesteuert und braucht die richtigen Werkzeuge, um diese umfangreichen Daten erfassen, verarbeiten und darstellen zu können. Wir entwickeln Mess- und Informationssysteme: Trainings- und Diagnosegeräte mit integrierter Messtechnik, Bildverarbeitungssysteme etwa für die Wettkampfanalyse sowie komplexe Datenbanksysteme zur Trainingsdatendokumentation.
Wissen vermitteln
Erkenntnisse, die im Labor bleiben, nützen niemandem im Trainingslager oder auf der Wettkampfbahn. Deshalb sehen wir es als unsere grundlegende Aufgabe, trainingswissenschaftliches Wissen zeit- und praxisnah in den Spitzensport zu überführen. Das dafür entwickelte Trainer-Berater-System steht für einen modernen, direkten Wissens- und Informationsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis.
