IAT beim Parlamentarischen Abend des deutschen Sports: Nachwuchsförderung im Fokus der Sportpolitik

Am 25. Februar 2026 war das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) zu Gast beim Parlamentarischen Abend des deutschen Sports in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg als aktuellem Vorsitz der Sportministerkonferenz (SMK) ausgerichtet. Rund 200 Gäste aus Sport, Politik, Medien und Wirtschaft diskutierten unter dem Motto „Vom Purzelbaum zum Podium: Talente entdecken und entwickeln" über zentrale Fragen der Nachwuchsförderung in Deutschland.

Parlamentarischer Abend 2026 (DOSB/Picture Alliance)

Parlamentarischer Abend 2026 (DOSB/Picture Alliance)

Parlamentarischer Abend 2026 (DOSB/Picture Alliance)

Parlamentarischer Abend 2026 (DOSB/Picture Alliance)

Parlamentarischer Abend 2026 (DOSB/Picture Alliance)

Parlamentarischer Abend 2026 (DOSB/Picture Alliance)

Parlamentarischer Abend 2026 (DOSB/Picture Alliance)

Parlamentarischer Abend 2026 (DOSB/Picture Alliance)

Der Abend widmete sich drei übergeordneten Themenfeldern: der frühen motorischen Förderung und strukturierten Talenterkennung in Schule und Verein, der Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport sowie der Frage, wie eine mögliche Olympiabewerbung Deutschlands für die 2040er Jahre als Motor für nachhaltige Talententwicklung wirken kann. Hochrangige Vertreterinnen aus Bundespolitik, Länderpolitik und Parlamentsebene – darunter Dr. Christiane Schenderlein, Theresa Schopper und Aydan Özoğuz – diskutierten diese Fragen auf dem Podium.

Das IAT präsentierte im Rahmen der Ausstellung seine Arbeit zum Nachwuchsleistungssport: Im Mittelpunkt standen die Länder-Factsheets Nachwuchsleistungssport sowie ein Überblick zum Para Sport, welche strukturelle und personelle Voraussetzungen der Nachwuchsförderung in Deutschland systematisch aufbereiten und vergleichbar machen. Ergänzend wurde das durch exemplarische Sportarten-Factsheets sowie Grafiken, welche individuelle Karriereverläufe von Athlet*innen nachzeichnen.

Zwei dieser Karriereverläufe – Anna-Maria Wagner und Eduard Trippel, beide Judo – veranschaulichen, wie vielschichtig der Weg in den Spitzensport ist. Beide Karriereverläufe wurden vom IAT im Rahmen eines Forschungsprojekts erstellt (Trittenbach, Zetzsche & Griesinger; Förderkompass: Griesinger & Zetzsche, 2023). Sie zeigen: Neben sportlicher Entwicklung und Kaderzugehörigkeit spielen Faktoren wie Vereinbarkeit von Schule und Sport, psychische Belastung, die Rolle des sozialen Umfelds sowie der Zugang zu Fördermaßnahmen eine entscheidende Rolle.

Wagners Karriereweg verdeutlicht etwa, wie stark die Doppelbelastung in der Abiturphase empfunden wird und wie wichtig strukturelle schulische Entlastungsmaßnahmen sind. Trippels Verlauf zeigt, dass fehlendes Verständnis von Lehrkräften für Leistungssportanforderungen eine erhebliche Hürde darstellt – und wie institutionelle Förderung (hier: durch die Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung) diesen Druck erheblich reduzieren kann.
Die Visualisierungen der Karriereverläufe machen sichtbar, was hinter sportlichen Karrieren steckt: nicht nur Talent und Training, sondern schon im Nachwuchsalter Umfeld- und Rahmenbedingungen, die langfristig eine erfolgreiche Entwicklung  ermöglichen." – Dr. Antje Hoffmann, Fachbereichsleiterin Nachwuchsleistungssport, IAT.

Der Parlamentarische Abend des deutschen Sports findet jährlich statt und richtet sich an Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Sport, Politik und Gesellschaft. Das IAT nutzt das Format, um wissenschaftliche Erkenntnisse zur Nachwuchsförderung in den sportpolitischen Diskurs einzubringen.